“Diese gemeinsame Erklärung bildet den Rahmen für eine effektive und gerechte Partnerschaft zwischen UNI Global Union und METRO GROUP, um Arbeits- und Menschenrechtsfragen gemeinsam zu lösen und die langjährigen Verpflichtungen der METRO GROUP in Bezug auf Gewerkschaften und Tarifverhandlungen zu stärken”, sagte UNI-Generalsekretär Philip Jennings. In Fällen, in denen Tarifverträge im selben Unternehmen kollidieren, gilt die Vereinbarung zwischen arbeitgeber und der Gewerkschaft mit der größten Mitgliedschaft. Ein Tarifvertrag einer Minderheitsgewerkschaft kann laut Gericht jedoch nur abgelehnt werden, wenn die Gewerkschaft mit der Mehrheit der Beschäftigten im Unternehmen die Interessen der Mitglieder der Minderheitsgewerkschaft im Rahmen des bestätigten Tarifvertrags ernsthaft und wirksam berücksichtigt hat. Daher muss die größere Gewerkschaft, die die anerkannte Vereinbarung unterzeichnet hat, zeigen, dass sie die Interessen ihrer Kollegen, die kleineren Gewerkschaften angehören, plausibel berücksichtigt hat. Von den Lieferanten wird erwartet, dass sie sich an das Recht der Arbeitnehmer auf Vereinigungsfreiheit und die Anerkennung der Rechte der Arbeitnehmer auf Tarifverhandlungen halten, sofern dies gesetzlich zulässig ist. Infolge dieser Tarifverhandlungen werden die Gehälter der tarifgebundenen Arbeitnehmer bis 2013 insgesamt schrittweise um 6,5 Prozent steigen. Am 20. Juni 2007 begrüßte die Deutsche Telekom in einer Presseerklärung die Vereinbarung als wichtigen Schritt zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Das Management des Unternehmens zeigte sich zufrieden, dass es im Jahr 2010 Kosteneinsparungen im Rahmen seiner Zielspanne von 0,5 bis 0,9 Mrd. € erzielen wird. Damit kann die Deutsche Telekom die 50.000 Arbeitsplätze in den neuen Dienstleistungsunternehmen sichern. Die Deutsche Telekom wurde 1995 nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost gegründet und beschäftigt derzeit rund 160.000 Mitarbeiter in Deutschland (Stand: 31.

Dezember 2006). Etwa 40 % der Beschäftigten haben nach wie vor den Beschäftigungsstatus von Beamten. Dies bedeutet, dass sie vor Entlassung geschützt sind, aber auch, dass sie von Tarifverhandlungen ausgeschlossen sind, da ihre Bezahlung und bedingungen gesetzlich festgelegt sind. Rund 32 % der Aktien werden nach wie vor direkt oder indirekt vom deutschen Staat kontrolliert. Seit der Privatisierung wurde das Unternehmen mehrfach umstrukturiert. Im März 2004 schlossen ver.di und die Deutsche Telekom einen sogenannten “Beschäftigungspakt”, der einen Rahmentarifvertrag darstellt, mit dem die Gewerkschaft Zugeständnisse im Austausch gegen begrenzte Arbeitsplatzgarantien (DE0405205F) machte. In dieser Hinsicht wurde die Wochenarbeitszeit von 38 auf 34 Stunden reduziert, wobei nur eine Teillohnvergütung für die Arbeitnehmer gilt. Das Unternehmen erklärte sich im Gegenzug bereit, dass die Beschäftigung im Laufe der Jahre 2004-2005 stabil bleiben und es vor dem 31. Dezember 2008 keine erzwungenen Entlassungen geben werde. Chancengleichheit am Arbeitsplatz, das Recht auf Tarifverhandlungen sowie Mindest- und/oder Lohn- und Sozialleistungen Trotz dieser Vereinbarung kündigte die Geschäftsführung der Deutschen Telekom im September 2006 ihre Absicht an, das Unternehmen umzustrukturieren. Im Februar 2007 einigte sich der Aufsichtsrat des Unternehmens gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter auf die Gründung von drei neuen Spin-off-Organisationen unter dem Namen T-Service. Das Unternehmen kündigte zudem an, rund 50.000 Mitarbeiter, darunter 20.000 Beamte, von der Deutschen Telekom auf diese Dienstleistungsunternehmen zu verlagern und forderte, dass diese Mitarbeiter eine Lohnkürzung um 12 % und eine Verlängerung der normalen Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich akzeptieren sollten.

Ver.di wies diese Forderungen zurück und nahm Verhandlungen auf, um die Bezahlung und die Bedingungen für die Auslagerung der Beschäftigten zu sichern. Am 26. April 2007 scheiterten die Verhandlungen über den Abschluss eines neuen Tarifvertrags. Nach einer Reihe von kurz gehenden Warnstreiks hat ver.di rund 22.000 Mitglieder zur Stimmabgabe aufgerufen. Auch wenn Berufsbeamte vom Streikrecht ausgenommen sind, hat ver.di dies im Laufe des Streits nicht bestritten.